Das war unser Konzert am 1. Adventssonntag 2019

Der Bericht im heutigen, 3.12.2019, Landboten

Text Leon Zimmermann,  Bild Enzo Lopardo

Am Sonntagabend veranstaltete der Kirchenchor Zell in der reformierten Kirche Kollbrunn eine «Reise auf dem Adventweg». Auch das Publikum in den restlos gefüllten Zuschauerrängen durfte sich beteiligen.
Der Kirchenchor Zell setzt soeben zur letzten Strophe von «Magnificat in B» an. Als das Werk des italienischen Kirchenkomponisten Francesco Durante - begleitet von Orgel und Streichern - langsam ausklingt, honoriert das Publikum die Darbietung mit grossem Applaus. Die Kirche war am Sonntagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige Zuschauer mussten das Geschehen aufgrund des Platzmangels sogar stehend verfolgen. Grund für das zahlreiche Erscheinen war das traditionelle Adventskonzert des Kirchenchors.
«Die volle Kirche ist überwältigend», begrüsste Marianne Baumann, Präsidentin des Kirchenchors, die Anwesenden. Sie wolle die Zuschauer nun auf den Adventweg mitnehmen: «Und der Wegweiser ist das schöne Büchlein, das Sie alle in der Hand haben.» Damit meinte sie das Begleitheft, welches neben dem Programm auch sämtliche Texte der vorgetragenen Lieder enthielt.
Mitsingen erwünscht
Die Texte waren nicht nur zum Anschauen gedacht - so forderte Dirigentin Eva Rüegg das Publikum gleich mehrfach zum Mitsingen auf. Zum Beispiel bei klassischen Adventsliedern wie «Das isch de Stärn vo Bethlehem» oder bei «Nun singet und seid froh», einem italienischen Kirchenlied aus dem 15. Jahrhundert.
«Nun singet und seid froh», besser bekannt unter dem italienischen Titel «In dulci jubilo», trug der Kirchenchor gleich in drei verschiedenen Fassungen vor. Bevor der gesamte Chor gemeinsam mit dem Publikum die deutsche Fassung anstimmte, hatten zwei Sängerinnen, begleitet von Orgel und Violinen, bereits die ruhigeren Versionen der Komponisten Hermann Schroeder und Michael Praetorius zum Besten gegeben.
Obwohl von einigen Liedern gleich mehrere Versionen auf dem Programm standen, ist es Rüegg gelungen, eine abwechslungsreiche «Reise auf dem Adventweg» zusammenzustellen. Eine der ungewöhnlicheren Stationen auf diesem Weg war das schwedische Volkslied «Lille stjärna Mats», das lediglich von zwei Violinen gespielt wurde.
Ein Schiff mit teurer Last
Zwischen den Kompositionen versorgte Rüegg das Publikum immer wieder mit Informationen zu den vorgetragenen Liedern. Nachdem das Stück «Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein’ höchsten Bord» ausgeklungen war, erklärte sie zum Beispiel: «Das Stück geht auf einen Mystiker des 14. Jahrhunderts zurück. Es steht sinnbildlich für die Empfängnis Marias.» So sei die «teure Last», welche im Lied besungen wird, nichts anderes als das Jesuskind.
Als sich das 75-minütige Konzert dem Ende zuneigte, bedankte sich Rüegg noch einmal beim 30-köpfigen Chor und den Instrumentalisten für deren Einsatz. «Und zum Schluss stehen jetzt alle noch einmal auf», wandte sie sich ans Publikum. Die Anwesenden stimmten gemeinsam den Kanon «Ehre sei Gott in der Höhe» an - und erfüllten die Kirche ein letztes Mal mit weihnachtlichen Melodien.